Schwacher Wasserstrahl aus dem Hahn ist lästig - und in Mannheim, wo viele Wohngebäude aus der Gründerzeit stammen, kein seltenes Problem. Zu niedriger Wasserdruck kann viele Ursachen haben, die sich je nach Haus und Wasseranlage unterscheiden.
Was gilt als normaler Wasserdruck?
Der Hausanschlussdruck in deutschen Städten liegt üblicherweise zwischen 3 und 6 bar. Im Haushalt kommen an der Entnahmestelle in der Regel 2 bis 4 bar an. Alles darunter kann störend sein, besonders bei Durchlauferhitzern oder Regenduschköpfen.
Häufige Ursachen für niedrigen Wasserdruck
- Verkalkte oder korrodierte Leitungen: In älteren Mannheimer Gebäuden sind noch Stahlrohre verbaut, die von innen rosten und den Querschnitt verengen.
- Defekter oder falsch eingestellter Druckminderer: Viele Häuser haben einen Druckminderer am Hauseingang - ist er zu stark eingestellt oder verschlissen, sinkt der Druck.
- Verstopfte Strahlregler: Die kleinen Siebe an Wasserhähnen setzen sich mit Kalk zu und drosseln den Durchfluss.
- Gleichzeitige Entnahme: Im Mehrfamilienhaus kann gleichzeitiges Duschen und Kochen den Druck spürbar senken.
- Netzproblem des Versorgers: Selten, aber möglich: Der Druck im Versorgungsnetz der MVV Energie oder der Stadtwerke schwankt kurzzeitig.
Was Sie selbst prüfen können
- Reinigen Sie die Strahlregler aller Wasserhähne - oft reicht das schon.
- Prüfen Sie, ob der Absperrhahn am Hausanschluss vollständig geöffnet ist.
- Messen Sie den Druck mit einem einfachen Manometer am Gartenhahn.
- Fragen Sie Nachbarn, ob das Problem bei ihnen auch auftritt (Hinweis auf Netzproblem).
Wann muss ein Fachbetrieb ran?
Sind verkalkte oder korrodierte Rohre die Ursache, brauchen Sie einen Installateur. Auch das Einstellen oder Austauschen des Druckminderers gehört in Fachhand. In Mannheimer Altbauten empfiehlt sich zudem eine Wasseranalyse, um den Kalkgehalt zu kennen.
Häufige Fragen
Kann ich den Druckminderer selbst einstellen?
Theoretisch ja, aber ohne Erfahrung und Manometer riskieren Sie zu hohen Druck, der Leitungen und Armaturen schädigt. Lassen Sie die Einstellung lieber von einem Fachbetrieb vornehmen.
Hilft ein Druckerhöher?
Eine Druckerhöhungsanlage kann helfen, wenn das Problem am Versorgerdruck liegt. Kosten und Einbau sollten aber gegen den Nutzen abgewogen werden - ein Fachbetrieb berät dazu.
Ist niedriger Wasserdruck gefährlich?
In der Regel nicht direkt, aber Durchlauferhitzer können bei zu wenig Druck die Mindestdurchflussmenge unterschreiten und abschalten. Auch Kombi-Heizgeräte reagieren empfindlich auf Druckschwankungen.